Im Jahr 2003 starb Johnny Cash. Dank des Films 'Walk The Line' ist er nun populärer denn je. In einem proppenvollen EKKO brachte die deutsche Formation 'BANDANA - Sound Of Johnny Cash' eine stilvolle Ehrung des 'Man In Black'. An diesem Abend konnte sich das ausverkaufte EKKO nicht über mangelndes Interesse beklagen. Das Publikum? Überwiegend jung, nur hier und da eine Ausnahme (sprich: 'Fünfziger'). Johnny Cash ist heiss und die Coverband BANDANA fährt gut dabei. Die Band wurde 2002 gegründet, das heisst: bevor ihr großes Idol und ihre Inspirationsquelle starb. Am 26. Februar diesen Jahres wäre John R. Cash 75 Jahre alt geworden und das mußte gefeiert werden! Mitsingen Die vierköpfige Band beginnt äußerst konzentriert. Schon bei den ersten Klängen wird hysterisch gejubelt, begeistert gepfiffen und wild geklatscht ... Was ist hier los? Es sieht so aus als ob sich hier waschechte CASH-Fans im Gebäude versammelt haben. Die Band genießt den gelungenen Abend sichtlich. Man singt kräftig mit, und die Deutschen können sowohl bei Hits wie 'Hurt' und 'Ring Of Fire', als auch bei weniger bekannten Nummern auf die tat- und stimmkräftige Unterstützung des Publikums rechnen. Verkrampft Obwohl Matthes mit seiner tiefen Stimme dem Meister sehr nahekommt, erfordert es anscheinend viel Kraft, um diese Stimmlage so gut wie möglich zu nachzuahmen. Die Anspannung ist an seinem verkrampften Gesicht abzulesen und zwischen den Liedern wischt er seinen Mund mit dem Hemdsärmel ab. Als Matthes jedoch beim Einsetzen von 'Cocaine Blues' mit einem unbändigen Gejohle konfrontiert wird, zeigt er ein breites Grinsen. Jan Marijnissen? Was mich betrifft, so ist die Feier erst dann komplett, wenn die Taktik der Coverband 'Bootleg Beatles' angewendet wird, d.h. auch das Äußerliche mit dem Original zusammenpaßt. Diesen Blödsinn macht BANDANA leider nicht mit. Sänger Andreas Matthes ist in schwarz gekleidet, aber damit ist auch alles gesagt. Keine dunklen, sondern blonde Haare und ein Bart. Auch spielt er melodisch die elektrische Gitarre, anstelle der für Johnny Cash typischen Rhythmusgitarre. Glücklicherweise übernimmt Gitarrist Bodo Martin, der übrigens viel von Jan Marijnsen hat, diese Rolle glänzend. Alles in allem eine stilvolle Ehrung. Vielleicht im nächsten Jahr wieder?